UMSETZUNG VON ERKENNTNISSEN AUS
SCHWERELOSIGKEITSEXPERIMENTEN
ZU INNOVATIONEN AUF DER ERDE

 

Die Forschung unter Schwerelosigkeit ist keine eigenständige Forschungsdisziplin, sondern sie ist eingebettet in terrestrische Forschungsaktivitäten. Innovationen sind daher in der Regel im Zusammenhang mit entsprechenden terrestrischen Forschungsergebnissen zu betrachten. An einigen Beispielen soll dies verdeutlicht werden:

  • Ein vertieftes Verständnis des Einflusses der Thermokonvektion auf das Mikrogefüge  bei der Erstarrung von Metallschmelzen führten zur  Verbesserung von Werkstoffeigenschaften insbesondere bei Aluminiumlegierungen.
  • Genauere Daten thermophysikalischer Eigenschaften von Metallschmelzen haben Eingang gefunden in die mathematische Modellierung von Erstarrungsprozessen.
  • Ein verbessertes Verständnis des Kristallwachstums elektronischer Halbleiter, der Einfluss der Thermokonvektion auf die Kristallqualität, hat die Entwicklung von neuen Technologien auf der Erde ermöglicht, u. a. die Anwendung von Magnetfeldern zur Dämpfung konvektiver Prozesse. Durch eine genauere Kenntnis der Auswirkung der Marangoni-Konvektion, einer Konvektion, die durch eine Temperaturabhängigkeit der Oberflächenspannung hervorgerufen wird, konnte der Silizium- Produktionsprozess verbessert werden.
  • In der Verbrennungsforschung haben Ergebnisse Eingang gefunden bei der mathematischen Simulation technischer Verbrennungsvorgänge. Während der flammenspektroskopischen Untersuchung bei der Verbrennung von Einzeltropfen konnte ein Mehrstufenprozess erforscht werden, der wichtig ist für die entsprechende Prozess-Simulation ist.
  • Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Integrativen Humanphysiologie unter Mikrogravitationsbedingungen haben auf den Forschungsfeldern „Herz-Kreislauf- Physiologie“  und „Wasser-Salzhaushalt“ wichtige Beiträge zu einem verbesserten Verständnis der physiologischen  und pathophysiologischen Mechanismen geliefert. Darüber hinaus haben Untersuchungen des Gleichgewichtssystems und des Muskel-Skelett-Systems, insbesondere des Kalzium-Stoffwechsels, hinsichtlich von Fragestellungen zur  Osteoporose und zur Muskel-  Atrophie, unmittelbaren Nutzen für den Menschen im klinischen Alltag.
 

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